Im Rahmen der Erforschung komplexer Phänomene in Natur und Gesellschaft haben in den letzten Jahren die Strukturwissenschaften eine enorme Bedeutung gewonnen. Neben den klassischen Strukturwissenschaften (wie Informationstheorie, Spieltheorie, Entscheidungstheorie, Systemtheorie, Semiotik und Kybernetik) sind dabei zahlreiche neue strukturwissenschaftliche Disziplinen wie die Theorie der Selbstorganisation, die Komplexitätstheorie, die Netzwerktheorie, die Synergetik, die Chaostheorie und dergleichen entstanden.
Die Strukturwissenschaften befassen sich mit den komplexen Strukturen der Wirklichkeit in äußerst abstrakter Form, und zwar unabhängig von der Frage, ob sie belebten oder unbelebten, physikalischen oder sozialen, natürlichen oder künstlichen Systemen angehören. Aufgrund ihres hohen Abstraktionsgrades nehmen die Strukturwissenschaften eine wichtige Brückenfunktion zwischen den traditionellen wissenschaftlichen Disziplinen ein. Ihr Anwendungsbereich erstreckt sich dementsprechend von den physikalischen und biologischen bis zu den sozialen und ökonomischen Systemen.
Das im Januar 2008 gegründete Frege Centre for Structural Sciences hat sich - als weltweit erstes Zentrum dieser Art - zum Ziel gesetzt, der wachsenden Bedeutung der Strukturwissenschaften durch die Entwicklung von innovativen transdisziplinären Projekten in der Grundlagenforschung wie der angewandten Forschung - unter internationaler Beteiligung - Rechnung zu tragen.
Mit der Namensgebung soll an den Mathematiker und Logiker Gottlob Frege erinnert werden, der als herausragende Forscherpersönlichkeit der Universität Jena mit seinen Vorstellungen über die ideal- und formelsprachliche Begründung der Logik das strukturwissenschaftliche Denken ganz wesentlich initiiert hat.
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Pressemitteilung der Friedrich-Schiller-Universität
zur Gründung des Frege Centre for Structural Sciences